Wanderfahrt nach Hanau

Bericht von Thorsten:

Am Samstag, dem 1. November um 10:00 Uhr treffen wir uns für die
Wanderfahrt nach Hanau. Christof, Eberhard, Michelle, ich und Kirsten, die
die Fahrt organisiert hat. Kirsten hat uns am Vortag per E-Mail schon mal
vorgewarnt, dass Regen angesagt ist und gefragt, ob wir trotzdem bereit sind.
Keiner kneift, also findet die Fahrt statt.
Um 10:45 Uhr sind wir endlich auf dem Wasser und es geht los. Glattes
Wasser, recht warm für November, es geht flott voran. Michelle nutzt die
Gelegenheit, zum ersten Mal Erfahrung am Steuer zu sammeln. Vor der
Staustufe Mühlheim brauchen wir aber Kirsten am Steuer. „Für einen Wechsel
brauchen wir aber nicht unbedingt anlegen“, meint Kirsten. Also erlebe ich,
wie die beiden Frauen über meinen Kopf hinweg die Positionen tauschen.
Wir nähern uns dem Mülheimer Ruderverein. Es ist Zeit, den Schleusenwärter
anzurufen, um herauszufinden, ob wir geschleust werden können. Schlechte
Nachricht: wir müssen 45 Minuten warten. Weil sich der nicht bestellte Regen
gerade eingestellt hat, beschließen wir die Zeit am Mülheimer Ruderverein im
Trockenen zu verbringen.
Nach 30 Minuten setzen wir Gisela wieder ins Wasser und fahren los. Kurz
darauf taucht unser Bergfahrer hinter uns auf. Wir legen uns ins Zeug, um
gleichzeitig mit ihm an der Schleuse anzukommen. Das schaffen wir zwar, an
der Schleuse müssen wir allerdings trotzdem erst einen Talfahrer abwarten.
Langsam stellt sich die Frage, ob wir wirklich am gleichen Tag noch zurück zur
Hellas kommen. Wir nutzen die Wartezeit, um Ruder lang zu üben. Wieder
was Neues gelernt. ”Das werden wir nachher in der Schleuse brauchen”,
erklärt uns Kirsten. Wir schleusen mit Ruder lang und Enterhaken an der
Leiter. Die hohen Wände der Schleuse wirken bedrohlich und die Ausfahrt im
Fahrwasser des Frachters ist auch kein Zuckerschlecken, aber egal, wir sind
durch.
Noch 2km bis zur Hanauer Rudergesellschaft. Dort werden wir schon von
einem Ruderer empfangen, der uns beim Anlegen hilft. Wir legen Gisela auf
den fest installierten Böcken ab, in dem Wissen, dass sie hier wohl die Nacht
verbringen wird. Zum Aufwärmen werden heiße Getränke und Suppe als
Vorspeise bestellt. Es ist jetzt 15:00 und damit klar, dass wir heute nicht mehr
zurückrudern können. Die Pizzeria hat eine Terrasse mit fantastischer
Aussicht. Dafür lohnt es sich im Sommer noch mal vorbeizukommen. Wir
besprechen die morgige Abholung und nehmen ein Taxi zur Hellas.
Sonntag. Wir haben zwei Freiwillige (Cedric und Amit) gefunden die uns
helfen Gisela zurück zu rudern. 80% der Mannschaft ist pünktlich um 10 an
der Hellas. Den verschlafenen 20%-igen Teil treffen wir in Hanau. Wir wollen
den Talfahrer treffen, der um 11 an der Schleuse sein soll. Für alles gibt es
eine App. Es klappt. Kurz nachdem wir ablegen, taucht der Frachter hinter uns
auf. Wir legen uns ins Zeug und kommen kurz vor ihm an der Schleuse an.

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Ohne Langes Warten können wir einfahren. An das „im-Fahrwasser-fahren“
gewöhne ich mich nur schwer.
Jetzt geht es zügig flussabwärts. Nach Kirsten dürfen dann erst Cedric und
dann Amit steuern. Michelle und ich rudern die 16km durch, was aber
wesentlich leichter ist als flussaufwärts am Vortag. Wir haben perfektes
Wetter; erst ab der Carl-Ulrich-Brücke fallen ein paar Tropfen. Wir sind sehr
froh, Boot und Besatzung vollzählig und heil wieder nach Hause gebracht zu
haben.
Fazit: 5 Eisvögel gesehen. 2 auf der Hin-, 3 auf der Rückfahrt
Ich finde es erstaunlich, wie viel Neues man bei einer Wanderfahrt noch
dazulernen kann, obwohl ich doch auch schon 6 Jahre dabei bin. Es fühlt sich
nach Abenteuer an. Deshalb, trotz des Regens: Gerne wieder und viele Dank
an Kirsten für die Organisation.